Montag, 21. November 2005

„Der Traum vom kostenlosen Cyberspace“ oder „wie das Web 2.0 die Computerwelt revolutionieren will“.

Das Web 2.0. Das Software-Update, oder besser gesagt, das Web-Update, dass den Communitiy-Gedanken in den Vordergrund drängt. Die Vision einer universellen Computer-Plattform, die sich unabhängig von Großkonzernen wie Microsoft entwickelt. Ein unabhängiges Betriebssystem, Open-Source, ähnlich wie Linux, nur mit dem Unterschied, dass keine Offline-Software auf dem Rechner installiert ist. Wenn man den Visionen der Web2.0-Anhängern glauben schenken mag, dann ersetzt also demnächst das WWW einen Arbeitsplatz-Computer.
Davon kann man aber noch lange nicht sprechen.
Klar hat sich das Internet zu einem sozialen Netzwerk entwickelt und „Social Applications“ wie Peer-to-peer-Netzwerke, Blogs oder z.B. Wikipedia und andere Community-basierende Online-Seiten einen Durchbruch erlangt. Allerdings würde ich diesen Schritt als ein Update auf die „Internet-Version“ 1.2 ansehen, wenn man das aktuelle Netz schon mit einer Versionsnummer versehen will.
Sind die minimalen Entwicklungen des Webs in den vergangenen Jahren wirklich als ein symbolisches Software-Update anzusehen?
Tim O`Reilly spricht von einer „kollektiven Intelligenz“. Das Netz als frei zugängliche Bibliothek des Wissens und der kostenlose Erwerb von Software.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwann einen „kostenlosen“ PC für alle geben wird.
Klar, der Gedanke, dass es nie wieder lästige Software-Updates geben wird, weil jeder eine gleiche Version seiner browser-basierten Software hat, ist wegweisend, aber nichts neues. Ein Beispiel ist „Google-Earth“. Wir sind alle nur „Mitbenutzer“, nicht Besitzer dieser „Software“, die eigentlich gar keine Software ist. Weitere Beispiele sind Online-Virenscanner, die per Active-X auf den heimischen PC zugreifen und wie ein „Onboard“-Programm den PC bereinigen wollen. Also nicht wirklich eine Revolution, die einen Sprung auf „2.0“ rechtefertigt. Aber dennoch sind die Grundbausteine gelegt.
Aber ist der „allways-online“-Gedanke wirklich so problem-frei?
Mal angenommen, das Netz ist down und mangels Offline-Applications kann Firma XY den Betrieb nicht aufnehmen. Auch der Sicherheitsgedanke spielt eine entscheidende Rolle. Will man wirklich geheime Daten auf einem in 1000km entfernten Server speichern, oder doch besser auf dem 20 cm entfernt gelegenen heimischen PC? Die kommerziellen Interessen von Google und co. sind auch nur eine Frage der Zeit. Nichts ist nun mal umsonst.
Ich glaube, dass die nächsten Jahrzehnte eine Koexistenz von Off- und Online-Software geben wird, höchstens ein weiteres Zusammenwachsen. O`Reillys Vergleich mit Google und Napster zeigt meiner Meinung nach nur, dass sich Software- und Service-Bereich ergänzen, jedoch nicht ersetzen.
Und: Das Handy hat das Festnetz-Telefon auch nicht verdrängt.

Links zu dem Thema:

http://www.webcultureblog.de/2005/11/seit_kurzem_luf.html Posting von Paul Graham zum Thema

http://www.adaptivepath.com/publications/essays/archives/000385.php Jesse James Garrett

http://www.bindows.net/

http://sommergut.de/wsommergut/archives/001123.shtml Wolfgang Sommergut

http://www.pcworld.com/news/article/0,aid,123503,00.asp Elizabeth Montalbano

http://www.empulse.de/ Oliver Wrede


und natürlich die Seite von Tim O`Reilly:
http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html
freshjive - 23. Nov, 18:55

Der Grundgedanke der hinter Web 2.0 steht hat nur zum Teil mit Software zu tun. Zentraler ist die Frage was die Software ermöglicht, welche neuen sozialen Aspekte damit im Web und mit dem Web abgebildet werden. In dem anderen Text "We are the Web" klingt es ja schon an, dass Partizipiation, Offenheit und die Interaktion der User mit den Webtechnologien etwas erzeugen, was in Richtung eines Wissensspeichers geht. Ich glaube wenn man die Prinzipien hinter Web 2.0 auf der Ebene begreift, wird deutlich, was mit der Update-Analogie von 1.0 auf 2.0 eigentlich gemeint ist.

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